Sprachwissenschaft in den Medien


Heute stand in der online-Version der FAZ ein Beitrag über so genannte Business-Sprachkurse, also Sprachkurse, die sich hauptsächlich an nicht-(mehr)-studierende Erwachsene richten. Berichtet wird über eine Frau, welche in einem „Sprachclub“ Russisch lernen will. Besonders ins Auge gesprungen ist dabei der zweite Teil des folgenden Satzes:

Keine Frage: [Die Frau] ist höchst motiviert, auch wenn ihre neue Sprache eine harte Nuss ist, vor der sogar ihre Kursleiterin gewarnt hat – es gebe außer Japanisch und Mongolisch kaum eine Sprache, die Westeuropäern schwerer falle.

Nun erwarte ich nicht, dass ein Sprachlehrer einen Überblick über die typologische Diversität unter den Sprachen der Welt hat, und vielleicht meinte sie mit Ihrer Aussage implizit auch sowas wie „es gibt […] kaum eine Sprache [die bei uns im Sprachclub angeboten wird und] die Westeuropäern schwerer falle [zu lernen als Russisch]“ – trotzdem halte ich es für vermessen, wenn ein Journalist eine solche Aussage so unhinterfragt wiedergibt. (mehr …)

Neulich hat jemand angemerkt, dass es in meinem Linguistiker Weblog zu wenig linguistisches gibt. Zeit, das zu ändern. Als ich bei der Vorbereitung meiner BA-Arbeit via google nach „Sonde + Linguistik“1 suchte, stieß ich auf Seite 2 der Ergebnisse auf diesen etwas älteren Artikel in der Welt, in dem es darum geht, dass Meeresforscher festgestellt haben wollen, dass Wale über eine Sprache mit festen grammatischen Regeln verfügen. Wie ich es bei einer Zeitung, noch mehr bei einem Springerblatt, nicht anders erwarte, strotzt der Artikel natürlich nur so vor interpretativen Besonderheiten, so dass ich mir ein, zwei Kommentare dazu nicht verkneiffen kann. (mehr …)

Gerade eben schrieb Leserin Ruth einen Kommentar zu meinem etwas älteren Beitrag Der Weg des geringsten Widerstands. Ich dachte mir zunächst eine Antwort aus, diese fiel aber so lang aus, dass ich mir überlegt habe, einen eigenen Beitrag zu verfassen. (mehr …)

Gerade eben sah ich auf youtube eine ARTE-Dokumentation über Kreationisten, ihrem Erfolg bei der Ausbreitung ihrer Lehren in Europa und ihrem ungleichen Kampf gegen die Vertreter der darwinistischen Evolutionstheorie1. (mehr …)

Gestern las ich im Onlineangebot der LVZ (Leipziger Volkszeitung) einen Artikel über die Laktoseintolleranz des Neandertalers. Wissenschaftler des „Max-Planck-Institutes für Evolutionäre Biologie“ (Ich nehme an, dass das MPI-EVA oder besser das „Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie“ gemeint ist) haben demnach festgestellt, dass beim Neandertaler „Das entsprechende Gen, das zur Verdauung von Milchzucker notwendig ist, […] bei erwachsenen Neandertalern nicht mehr aktiv“ sei. Weiter, und für mich weitaus interessanter, heisst es:

Überraschend ähnlich zum modernen Menschen sei allerdings das beim Leipziger Neandertaler-Genom-Projekt festgestellte Gen FOXP2, das eine große Rolle für die Sprachfähigkeit spiele. „Es spricht also nichts dagegen, dass auch der Neandertaler sprechen konnte“, sagte der Leipziger Wissenschaftler [gemeint ist der Leipziger Biochemiker Johannes Krause] dem Bonner „General-Anzeiger“. Auch wenn der genetische Befund für ein Sprachvermögen stehe, sei es allerdings dennoch möglich, dass die Kultur der Neandertaler keine Sprache ausgebildet habe.

[Link und Kommentar von mir]

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Zu meinem täglichen Aufwachritual gehört das Lesen verschiedener Blogs und RSS-Feads. Eines davon ist das Online-Nachrichtenangebot der Tagesschau. Um die sonst eher trockenen Inhalte der Tagesschau etwas aufzulockern, gibt es dort eine Rubrik „Schlusslichter“, in welcher Kuriositäten und andere zum Schmunzeln anregende Themen dargestellt werden. Heute Morgen las ich jedoch etwas, was mich nicht unbedingt zum Lachen brachte: Schlusslicht: Mit dem Phrasenbuch zurück in die Zukunft. (mehr …)