Sprachpflege


Gerade las ich mal wieder einige Abschnitte im Wikipediaartikel zum „Verein Deutsche Sprache“. Im Abschnitt „Kritik“ steht, dass

die Regulierung der Sprache durch normative Institutionen ein Randphänomen gewesen [sei], Sprache entwickele sich weitgehend eigengesetzlich.

Ich bin ja der Meinung, das müsste man etwas differenzierter betrachten: Wenn ich jetzt in die Dudengrammatik schreiben lassen würde, dass man in NP eingebettete Adjunkt-PP mit einem Marker -se zu markieren hat um strukturelle Ambiguitäten zu vermeiden („Peter beobachtet den Mann mitse dem Fernglas“ könnte dann nur noch in der Lesart, dass der Mann das Fernglas hat, verstanden werden; ohne -se müsste Peter das Fernglas haben), so wird das sicherlich auch in 100 Jahren niemand so verwenden. Auf der anderen Seite sind durch die normative Festlegung der Standardsprache bis heute Strukturen in der Sprache verhaftet geblieben, die ohne diese Festlegung schon längst in den Tiefen der Diachronie hätten verschwinden sollen. (mehr …)

Das Tolle an Leipzig ist, dass man hier als Leseratte sein Mekka findet. Einmal jährlich im März findet hier die Buchmesse statt, neben der in Frankfurt wohl eine der wichtigsten. Ganze siebeneinhalb Stunden laufen, sitzen, warten, reden, zuhören und auf alles freuen, was des Lesers Herz begehrt. Und das des Misanthropen, Philosophen, Musikliebhabers und natürlich Sprachwissenschaftlers in mir (Ach ja, das Lesen war natürlich auch ganz nett). Doch der Reihe nach. (mehr …)

Gerade eben sah ich mir eine Dokumentation des SWR/RP an, welche wohl schon vor einigen Jahren im Fernsehen lief (genauer am 5. Dezember 2005). Noch wärend des sehens wollte ich die Sendung kommentieren, schrieb mir einzelne Zitate heraus, wie beispielsweise Walter Krämers (VDS-Gründer und dessen erster Vorsitzender) Verständnis von Pidgin-Sprache, und schrieb den ein oder anderen Gedanken nieder. Als ich die Sendung zu Ende geschaut hatte, löschte ich alles wieder. (mehr …)

Eine seit langem anhaltende (und inzwischen wohl angehaltene) Diskussion zwischen Linguisten auf der einen, und Sprachschützern aus dem Umfeld des Vereins Deutsche Sprache (VDS) auf der anderen Seite im Forum des Sprachpflegevereins hat vor Kurzem Erstaunliches hervor gebracht: Nicht die Anglizismen sind das Böse, sondern die Tatsache, dass sie aus dem Englischen stammen… (mehr …)