Kurioses


Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, dass der nächste Linguistiker-Beitrag den Umzug des Blogs auf einen neuen Server und eine neue Domain zum Inhalt haben sollte. Aber aus aktuellem Anlass, doch noch etwas inhaltliches. Heute veröffentlichte netzpolitik.org unter der Überschrift Verleger: Leistungsschutzrecht soll Sprache monopolisieren ein paar Auszüge aus einem anonym zugesendeten Rundschreiben von BDZV (Bundesverband der Zeitungsverleger) und VDZ (Verband deutscher Zeitschriftenverleger) an die „Mitglieder des Arbeitskreis Leistungsschutzrecht“ vom 16.6. Da alle Beiträge auf netzpolitik.org unter einer CC-NC-Lizenz stehen und mein eigener Blog nicht-kommerziell ist, nehme ich mir das Recht heraus, einen Auszug aus dem Papier hier wiederzugeben und zu kommentieren. Noch ein paar Worte zu den Hintergründen: BDZV und VDZ setzen sich seit einigen Monaten dafür ein, dass auch Verlage ein Leistungsschutzrecht bekommen, also eine Art GEMA für Printmedien. Diese Rechte sollen garantieren, dass die „Leistungen“, die der Träger des Schutzrechtes „erbringt“, gesondert geschützt werden. Solche Leistungsschutzrechte sind im Prinzip künstliche Beatmungssysteme für die Verwerter der Leistungen Anderer, die, da sie verpennt haben sich gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen, längst hätten ersticken sollen.

Ich beschränke mich auf den ersten Abschnitt. Markus Beckedahl überschrieb den netzpolitik.org-Artikel mit „Verleger-Leistungsschutzrecht soll Sprache monopolisieren“, aber stimmt das überhaupt? (mehr …)

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…für 24 Stunden, schreibt der Online-Ableger der ARD Tagesschau. Grund dafür sei, dass die ICANN (das ist der Verein, der u.a. die Vergabe von IP-Addressen koordiniert, via) die letzte IPv4-Addresse vergeben hätte und zum Umstellen der Server auf IPv6 alle Root-Server für einen Tag abgeschaltet werden müssen. Garniert wird die Meldung mit einem Interview mit „Computerexperte Jörg Schieb“, welcher über die Schuldfrage aufklärt. (mehr …)

Eben bin ich seit längerem mal wieder auf Denis‘ Blog gesurft und habe dort einen Verweis auf einen Wikipedia-Artikel mit dem schönen Namen „Buffalo buffalo Buffalo buffalo buffalo buffalo Buffalo buffalo“ gefunden. Dieses Konstrukt ist ein völlig grammatischer Satz des Englischen, bei dem der String Buffalo mal als Eigenname, mal als Nomen und mal als Verb verwendet wird. (mehr …)

This little anecdote adorns the door to our student assistant’s room:

Professor:
In some languages, such as English, a double negative forms a positive. In other languages, such as Russian, a double negative is still a negative. There is, however, no language in which a double positive means a negative…
Student:
Yeah, right!

Seit einigen Tagen tobt im Bremer Sprachblog ein erbitterter Streit im Kommentarbereich eines aktuellen Eintrages. Im Verlauf der Diskussion, welche inzwischen sogar Godwins Gesetz bestätigt, fiel der Vorwurf, dass der Autor des Blogs, Anatol Stefanowitsch, mehrere „linguistische Todsünden“ begangen habe. Da es gegenwärtig wohl modern ist, für jede Kleinigkeit xy-Punkte-Listen zu verfassen, schliesse ich mich dem Trend an und stelle hier nun meine Vorschläge, was die Sieben Linguistischen Todsünden sein könnten, zur Diskussion: (mehr …)

Eine Genitiv- durch eine Dativkonstruktion zu ersetzen ist in der deutschen Sprache längst nichts Ungewöhnliches mehr. Und auch wenn Sick et al. es nicht so recht wahrhaben wollen, gehört dieser, im Übrigen seit langen andauernde Prozess des Wandels, zur Sprachentwicklung dazu, wie der Deckel zur Keksdose. Als ich heute morgen den aktuellen Nichtlustig-Cartoon via Newsletter bekam, stutzte ich dennoch ein wenig ob der verwendeten Konstruktion: (mehr …)

Neulich hat jemand angemerkt, dass es in meinem Linguistiker Weblog zu wenig linguistisches gibt. Zeit, das zu ändern. Als ich bei der Vorbereitung meiner BA-Arbeit via google nach „Sonde + Linguistik“1 suchte, stieß ich auf Seite 2 der Ergebnisse auf diesen etwas älteren Artikel in der Welt, in dem es darum geht, dass Meeresforscher festgestellt haben wollen, dass Wale über eine Sprache mit festen grammatischen Regeln verfügen. Wie ich es bei einer Zeitung, noch mehr bei einem Springerblatt, nicht anders erwarte, strotzt der Artikel natürlich nur so vor interpretativen Besonderheiten, so dass ich mir ein, zwei Kommentare dazu nicht verkneiffen kann. (mehr …)

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