Ich persönlich halte die Wikipedia für ein kleines Wunderwerk des „Informationszeitalters“. Die Idee an sich ist revolutionär: Viele Leute tragen ihr gesammeltes Weltwissen in einer Online-Enzyklopädie zusammen und erschaffen somit einen frei zugänglichen Querschnitt allen Wissens. Ich selbst schreibe auch in der Wikipedia mit, so es meine Zeit zulässt (natürlich hauptsächlich zu linguistischen Themen). Ich habe dafür ganz persönliche Gründe: Zunächst ist es meine tiefe Überzeugung, dass ich mein Wissen, welches aus öffentlicher Hand finanziert erlange, auch mit der Öffentlichkeit teile, und gerade Artikel zu sprachwissenschaftlichen Spezialthemen (wie Grammatiktheorien, Modelle der Kognitionswissenschaft und Psycholinguistik oder nicht-schulgrammatische Fachtermini) haben einen starken Nachhole- und Ergänzungsbedarf in der deutschsprachigen Wikipedia. Zum Anderen hat das Schreiben von Wikipediaartikeln für mich eine nicht zu unterschätzende self-monitoring-Funktion: Durch das für den Laien verständlich zu beschreibende Erklären von Theorien und Modellen fühle ich mich gezwungen, mich intensiv mit diesen auseinanderzusetzen, sie selbst zu verstehen und deutlich wiedergeben zu können. Auf diese Weise bleiben die Themen in meinem sehr löchrigen Kopf hängen, Marslen-Wilsons Kohortenmodelle sind nur ein Beispiel, was sich in zunehmenden Maße auch auf mein Studium (und inbesondere, aber nicht nur, auf die Klausurergebnisse) auswirkt… Also möchte ich die Gelegenheit nutzen, von einer kleinen Anekdote zu berichten. (mehr …)

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