Nimmt man sich eine Grammatik einer x-beliebigen Sprache zur Hand, so kann man in erster Linie eines darin lesen: Daten. Jede Menge Daten. Meisstens Daten, die beschreiben, was in der Sprache gesagt werden kann. Was in den wenigsten Grammatiken zu lesen ist, sind Daten über die Sachen, die man in der Sprache nicht sagen kann. Meiner Meinung nach ist das ein nicht zu unterschätzendes Defizit.

Der Gegenentwurf zu den klassischen deskriptiv-strukturalistischen Referenzgrammatiken könnte eine Un-Grammatik sein. Ein Sammelwerk zu einer bestimmten Sprache, in der alles drinne steht, was man in der entsprechenden Sprache nicht sagen kann, also was von den Sprechern der Sprache als ungrammatisch empfunden wird. Gerade für Syntax-Theoretiker wäre eine solche Un-Grammatik ein hilfreiches Werkzeug beim Finden von universellen Beschränkungen (und beim Entkräften des Vorwurfs, dass Syntaxtheoretiker ihre Theorien einzig auf Basis einer akribischen Analyse des Englischen bzw. SAE erschliessen). Auch Typologen helfen solche Grammatiken „Universalien“ zu finden, alá „wenn eine Sprache x schon nicht haben kann, dann kann sie erst recht nicht y haben“. Interessant wird es dann vor allem, wenn man ergründen will, ob eine positive Implikatur korrekte Vorhersagen über ihr negatives Gegenstück macht.

Ich finde, man sollte mal über sowas nachdenken…

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