Oktober 2008


Wenn man Linguistik studiert und das einem Außenstehenden erzählt, kann man sich mental darauf vorbereiten, mindestens eine der drei folgenden drei Fragen (meisst alle drei in genau der Reihenfolge) beantworten zu müssen:

  1. Was ist das denn?
  2. Sprachwissenschaft? Toll, welche Sprachen sprichst du denn alles?
  3. Und was kannst du später mal damit machen?

Zumindest die letzte Frage ist dabei nicht leicht zu beantworten, vor allem, wenn man sich auf theoretische Linguistik konzentriert. Außerhalb der Forschung fallen mir spontan kaum Beschäftigungsbereiche für einen theoretischen Sprachwissenschaftler ein. Doch auch wenn man in die Forschung geht, lässt sich nicht immer auf Anhieb sagen, worin der allgemeine Nutzen der Theoretischen liegt. Unter den Linguisten in Leipzig (und sicherlich auch anderso) hat sich für diese nicht ganz unberechtigten Zweifel an der Sinnhaftigkeit, theoretische Linguistik zu betreiben, der Begriff Sinnkrise eingebürgert. (mehr …)

Advertisements

Als mir so nach und nach klar wurde, was Linguistik in Leipzig zu studieren so genau bedeutet, war ich erstmal ganz hingerissen von den Möglichkeiten, welche „Art“ Sprachwissenschaftler man so werden kann. Leipzig hat für jeden was zu bieten: Für den formelbesessenen Theoretiker der Bereich der theoretischen Sprachwissenschaft im Institut für Linguistik an der Uni, für den Typologen der typologische Fachbereich oder wahlweise das Institut für Linguistik am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie, und für eher experimentierfreudige Psycholinguisten der gleichnamige Fachbereich sowie das MPI für Kognitions- und Neurowissenschaften.

Nun wäre es natürlich weltfremd, wenn alle Leute einer Meinung wären und sich bedingungslos gegenseitig unterstützten, zumal man mit vermeintlich ähnlichen Forschungsgegenständen arbeitet. Was mich allerdings etwas überrascht hat, sind die kleinen Sticheleien zwischen Anhängern wenigstens zweier Bereiche. Während ich mir bei den meissten Psycholinguisten nicht sicher bin, wie sie sich positionieren, sind es vor allem die Theoretiker der Uni auf der einen und die Typologen der Uni sowie die Mitarbeiter des MPI-EVA auf der anderen Seite, zwischen denen so eine Art „Hassliebe“ besteht. Das gegenseitige buhlen um die eigenen Anhänger und das gleichzeitige niedermachen der gegnerischen Seite lässt sich bei beiden Lagern beobachten—und beschränkt sich keineswegs auf die Studentenschaft!
(mehr …)

Gestern gingen sie mit einem Paukenschlag zu Ende: Die 32. Leipziger Jazztage. Zugegeben, diese sind etwas unbemerkt an mir vorübergegangen, wie auch schon die Jazztage in den Jahren vorher, die ich in Leipzig war. Doch dieses mal kam ich nicht umhin mir wenigstens das Finale in der Leipziger Oper anzuhören, wäre es doch ein Sakrileg sich Marcus Miller, Stanley Clarke und Victor Wooten entgehen zu lassen, erst Recht, wenn man nach dem stressigen Uni-Alltag selbst hin und wieder den E-Bass zupft. Also von Vati schnell die 32 Euro für eine Karte spendieren lassen und ab. (mehr …)

Gerade eben sah ich mir eine Dokumentation des SWR/RP an, welche wohl schon vor einigen Jahren im Fernsehen lief (genauer am 5. Dezember 2005). Noch wärend des sehens wollte ich die Sendung kommentieren, schrieb mir einzelne Zitate heraus, wie beispielsweise Walter Krämers (VDS-Gründer und dessen erster Vorsitzender) Verständnis von Pidgin-Sprache, und schrieb den ein oder anderen Gedanken nieder. Als ich die Sendung zu Ende geschaut hatte, löschte ich alles wieder. (mehr …)