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	<title>Linguistiker</title>
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	<description>Weblog eines angehenden Linguisten</description>
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		<title>Linguistiker</title>
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		<title>Der Linguistiker ist tot…</title>
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		<pubDate>Fri, 20 May 2011 09:42:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>

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		<description><![CDATA[…lang lebe Lupino. Knapp ein Jahr ist seit dem letzten Beitrag hier vergangen. Damals hatte ich angekündigt, dass ich erst wieder schreiben würde, wenn der Umzug auf den neuen Server und die neue Domain geglückt ist. Eigentlich wollte ich auch einen neuen Unterbau für den Blog entwerfen. Nach vier Versuchen, etlichen zerstörten Tastaturen und dem [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=383&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>…lang lebe Lupino.</p>
<p>Knapp ein Jahr ist seit dem letzten Beitrag hier vergangen. Damals hatte ich angekündigt, dass ich erst wieder schreiben würde, wenn der Umzug auf den neuen Server und die neue Domain geglückt ist. Eigentlich wollte ich auch einen neuen Unterbau für den Blog entwerfen. Nach vier Versuchen, etlichen zerstörten Tastaturen und dem wachsenden Drang wieder bloggisch produktiv zu werden, hat dann die Bequemlichkeit gesiegt und ich bin (wenn auch temporär) wieder zu WordPress als Blogsoftware zurückgekehrt. Nun ja, dass ich in den letzten Wochen von mehreren Leuten auf meinen Blog hin angesprochen wurde, trug sein übliches bei…</p>
<p>Wie auch immer; ich darf mit Stolz ankündigen: </p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://www.lupino.org" title="www.lupino.org">www.lupino.org</a></p>
<p>da, wo ich von jetzt an meine geistigen Ergüsse kundtun werde. Einen <a href="http://www.lupino.org/index.php/2011/05/20/neustart/">ersten Beitrag</a> gibt es schon, in dem ich die künftige Marschrichtung abstecke.</p>
<p>Allen, die das jetzt noch lesen, sei ihre Treue gedankt und ich hoffe, dass man sich unter der neuen Domain wiederliest.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/linguistiker.wordpress.com/383/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/linguistiker.wordpress.com/383/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/linguistiker.wordpress.com/383/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/linguistiker.wordpress.com/383/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/linguistiker.wordpress.com/383/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/linguistiker.wordpress.com/383/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/linguistiker.wordpress.com/383/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/linguistiker.wordpress.com/383/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/linguistiker.wordpress.com/383/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/linguistiker.wordpress.com/383/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/linguistiker.wordpress.com/383/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/linguistiker.wordpress.com/383/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/linguistiker.wordpress.com/383/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/linguistiker.wordpress.com/383/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=383&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Patrick</media:title>
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		<title>„Schutzwürdig sind […] Überschriften, Sätze, Satzteile etc.[…]“</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 11:08:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurioses]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachgebrauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, dass der nächste Linguistiker-Beitrag den Umzug des Blogs auf einen neuen Server und eine neue Domain zum Inhalt haben sollte. Aber aus aktuellem Anlass, doch noch etwas inhaltliches. Heute veröffentlichte netzpolitik.org unter der Überschrift Verleger: Leistungsschutzrecht soll Sprache monopolisieren ein paar Auszüge aus einem anonym zugesendeten Rundschreiben von BDZV (Bundesverband [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=376&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, dass der nächste Linguistiker-Beitrag den Umzug des Blogs auf einen neuen Server und eine neue Domain zum Inhalt haben sollte. Aber aus aktuellem Anlass, doch noch etwas inhaltliches. Heute veröffentlichte netzpolitik.org unter der Überschrift  <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/verleger-leistungsschutzrecht-soll-sprache-monopolisieren/">Verleger: Leistungsschutzrecht soll Sprache monopolisieren</a> ein paar Auszüge aus einem anonym zugesendeten Rundschreiben von BDZV (Bundesverband der Zeitungsverleger) und VDZ (Verband deutscher Zeitschriftenverleger) an die „Mitglieder des Arbeitskreis Leistungsschutzrecht“ vom 16.6. Da alle Beiträge auf netzpolitik.org unter einer <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/de/">CC-NC-Lizenz</a> stehen und mein eigener Blog nicht-kommerziell ist, nehme ich mir das Recht heraus, einen Auszug aus dem Papier hier wiederzugeben und zu kommentieren. Noch ein paar Worte zu den Hintergründen: BDZV und VDZ setzen sich seit einigen Monaten dafür ein, dass auch Verlage ein Leistungsschutzrecht bekommen, also eine Art <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/GEMA">GEMA</a> für Printmedien. Diese Rechte sollen garantieren, dass die „Leistungen“, die der Träger des Schutzrechtes „erbringt“, gesondert geschützt werden. Solche Leistungsschutzrechte sind im Prinzip künstliche Beatmungssysteme für die Verwerter der Leistungen Anderer, die, da sie verpennt haben sich gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen, längst hätten ersticken sollen.</p>
<p>Ich beschränke mich auf den ersten Abschnitt. Markus Beckedahl überschrieb den netzpolitik.org-Artikel mit „Verleger-Leistungsschutzrecht soll Sprache monopolisieren“, aber stimmt das überhaupt?<span id="more-376"></span></p>
<blockquote><p>
Um einen effektiven Rechtsschutz zu gewährleisten, sollten nicht nur Teile des Presseerzeugnisses wie einzelne Beiträge, Vorspänne, Bilder und Grafiken geschützt werden. <em>Schutzwürdig sind beispielsweise auch Überschriften, Sätze, Satzteile</em> etc., soweit sie einer systematischen Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentlichen Wiedergabe in Verbindung mit dem Titel des Presseerzeugnisses dienen.</p>
<div style="width:100%;text-align:right;">(Hervorhebung von mir)</div>
</blockquote>
<p>Wird diese Vorstellung des Leistungsschutzrechtes für Verlage Realität, bedeutet das oberflächlich betrachtet, dass ich Gefahr laufe, eine Urheberrechtsverletzung zu begehen, wenn ich eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Phrase_%28Linguistik%29">Phrase</a> äußere, die irgendwann mal in einem geschützten Presseerzeugnis veröffentlicht wurde.  Das ist zumindest die Lesart, die, wie ich glaube, Beckedahl zu Grunde gelegt hat. </p>
<p>Etwas rätselhaft erscheint mir allerdings die gesetzte Bedingung. Mir ist nicht ganz klar, inwiefern Sätze o.ä. „einer systematischen Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentlichen Wiedergabe in Verbindung mit dem Titel des Presseerzeugnisses dienen“ sollen. Ich gehe davon aus, dass kein Journalist einen Satz oder ein Satzteil verwenden wird, der nicht in direktem oder indirekten Zusammenhang mit dem Artikel, in dem dieser Satz auftaucht, steht und damit der Verwertung des Artikels dient. </p>
<p>Vielleicht ist dieser Zusatz auch ein sehr kryptisch verpackter Hinweis darauf, dass nur Links und Verweise auf Presse-Webseiten geschützt werden sollen: Links sind meist in Form von Überschriften, Sätzen oder Satzteilen gesetzt und dienen der Verbreitung von (anderen) Presseerzeugnisse. Wenn ich einen Link auf einen Beitrag, sagen wir mal, auf SPON setze, dann mache ich das in Form eines &lt;a&gt;-Tags, der einen Satz, ein Satzteil oder die Überschrift des Zielartikels umschliesst. Das Ziel dieses Links ist dann ein (schon jetzt) geschütztes Presseerzeugnis, nämlich der verlinkte SPON-Artikel. Der Clou ist nun, dass ich den Artikel auf SPON schon vervielfältige, wenn ich ihn lese: er wird, wenn auch temporär, auf meiner Festplatte zwischengespeichert. Und auf der aller Leute, die auf meinen Link klicken. Damit sorge ich gleichzeitig für eine Verbreitung des Textausschnittes. Der Abschnitt als Teil eines anzunehmenden Leistungsschutzrechtes soll nach dieser Lesart also nichts anderes machen als mich daran zu hindern, einen Satz oder ein Satzteil des SPON-Artikels dafür zu verwenden, auf eben diesen Artikel zu verlinken. Auch durch diese Einschränkung abgedeckt wäre es, wenn ich den SPON-Artikel zitiere und daneben einen Link auf den Artikel setze, auch wenn der Link selbst nicht aus einem Zitat der Seite besteht. Auch dann habe ich einen Teil des Artikels dafür verwendet, den SPON-Artikel im vorgenannten Sinne zu verwerten. Nicht ganz klar ist mir, ob eine solche Bedingung auch schon das bloße Hinweisen auf eine Quelle einschliesst. Also wenn ich schreibe: <i>„Zitat“, aus SPON-Artikel: sowieso</i> ohne das ganze zu verlinken. Im Prinzip sollte auch sowas durch das verlangte Recht geschützt werden, da ich auch hier schon für eine Verbreitung des entsprechenden SPON-Titels sowie eines Teils seines Inhaltes sorge.</p>
<p>Bleibt die Frage nach dem „Warum“: Wenn ich einen SPON-Artikel zitiere, gebe ich schon einen Teil des Inhalts des entsprechenden Artikels wieder. Und Inhalte sind das, worauf Verleger ein Monopol haben wollen (nicht auf die Sprache). Verbiete ich das Verlinken oder das Nennen der Quelle, bleibt der Verlag unangreifbar(er), da ich ihm potenzielle Fehler oder Fehlinformationen nicht direkt nachweisen kann.</p>
<p>Dass Verleger mit dieser Forderung das Zitatrecht kippen wollen, würde ich zwar nicht kategorisch ausschliessen, für so radikal halte ich die Vertreter von BDZV und VDZ dann aber doch nicht. Vielmehr könnte dieser Abschnitt noch einen ganz anderen Zweck haben: Jeder wird ob der radikalen „Wir schützen einzelne Sätze und Satzglied“-Lesart empört gegen den Vorstoß der Verlage wettern, aber letztlich erleichtert sein, dass es „nur“ darum geht, Links die hinter Textausschnitten liegen, abmahnbar zu machen. Und man kann den politischen Gegner als popularisiernd blosstellen. Oder vielleicht bin ich auch einfach nur naiv…</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/linguistiker.wordpress.com/376/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/linguistiker.wordpress.com/376/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/linguistiker.wordpress.com/376/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/linguistiker.wordpress.com/376/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/linguistiker.wordpress.com/376/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/linguistiker.wordpress.com/376/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/linguistiker.wordpress.com/376/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/linguistiker.wordpress.com/376/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/linguistiker.wordpress.com/376/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/linguistiker.wordpress.com/376/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/linguistiker.wordpress.com/376/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/linguistiker.wordpress.com/376/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/linguistiker.wordpress.com/376/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/linguistiker.wordpress.com/376/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=376&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Kurz vermerkt (9)</title>
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		<pubDate>Fri, 14 May 2010 08:42:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurz vermerkt]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Dietmar Wolff, hat gegen das Online-Portal zu Rechtsfragen im Internet iRights.info den Vorwurf der Urheberrechtsverletzung erhoben, nachdem auf der Seite der bislang geheim gehaltene Entwurf für das Leistungsschutzgesetz für Presseverleger geleakt wurde. Ich frage mich, ob diese Farce ein Vorgeschmack dessen wird, was eintritt, wenn der Gesetzentwurf erfolgreich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=373&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Dietmar Wolff, hat gegen <i>das</i> Online-Portal zu Rechtsfragen im Internet iRights.info</a> den <a href="http://irights.info/blog/arbeit2.0/2010/05/14/zeitungsverleger-werfen-irights-info-urheberrechtsverletzung-vor/">Vorwurf der Urheberrechtsverletzung</a> erhoben, nachdem auf der Seite der bislang geheim gehaltene <a href="http://irights.info/index.php?id=880">Entwurf für das Leistungsschutzgesetz für Presseverleger</a> geleakt wurde.</p>
<p>Ich frage mich, ob diese Farce ein Vorgeschmack dessen wird, was eintritt, wenn der Gesetzentwurf erfolgreich durch die judikativen Instanzen marschiert ist. Und bei dem Einfluss, den große Verleger in der Politik immer noch haben, ist das alles andere als Schwarzmalerei. Leider. </p>
<p><a href="http://www.netzpolitik.org/2010/zeitungsverleger-werfen-irights-info-urheberrechtsverletzung-vor/">(via)</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/linguistiker.wordpress.com/373/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/linguistiker.wordpress.com/373/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/linguistiker.wordpress.com/373/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/linguistiker.wordpress.com/373/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/linguistiker.wordpress.com/373/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/linguistiker.wordpress.com/373/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/linguistiker.wordpress.com/373/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/linguistiker.wordpress.com/373/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/linguistiker.wordpress.com/373/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/linguistiker.wordpress.com/373/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/linguistiker.wordpress.com/373/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/linguistiker.wordpress.com/373/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/linguistiker.wordpress.com/373/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/linguistiker.wordpress.com/373/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=373&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Kurz vermerkt (8)</title>
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		<pubDate>Sat, 08 May 2010 09:38:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurz vermerkt]]></category>

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		<description><![CDATA[Udo Vetter vom law blog meldete gestern, dass der Bundesrat laut einer Pressemitteilung einen Gesetzentwurf beim Bundestag eingereicht hat, mit dem Englisch als Gerichtssprache offiziell für zulässig erklärt werden soll (i.e., man soll vor einem deutschen Gericht zukünftig auch in englischer Sprache verhandeln können). Ich sehe schon die Sprachnörglerfraktion auf die Barrikaden springen und freu [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=370&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Udo Vetter vom <a href="http://www.lawblog.de/index.php">law blog</a> <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/05/07/englisch-soll-deutsche-gerichtssprache-werden/">meldete gestern</a>, dass der Bundesrat <a href="http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?aktion=jour_pm&amp;r=409970">laut einer Pressemitteilung</a> einen Gesetzentwurf beim Bundestag eingereicht hat, mit dem Englisch als Gerichtssprache offiziell für zulässig erklärt werden soll (i.e., man soll vor einem deutschen Gericht zukünftig auch in englischer Sprache verhandeln können).</p>
<p>Ich sehe schon die Sprachnörglerfraktion auf die Barrikaden springen und freu mich auf ein paar Wochen voller Empörungen und Schwarzmalereien über den Zustand und die Zukunft der deutschen Sprache.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/linguistiker.wordpress.com/370/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/linguistiker.wordpress.com/370/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/linguistiker.wordpress.com/370/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/linguistiker.wordpress.com/370/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/linguistiker.wordpress.com/370/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/linguistiker.wordpress.com/370/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/linguistiker.wordpress.com/370/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/linguistiker.wordpress.com/370/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/linguistiker.wordpress.com/370/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/linguistiker.wordpress.com/370/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/linguistiker.wordpress.com/370/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/linguistiker.wordpress.com/370/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/linguistiker.wordpress.com/370/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/linguistiker.wordpress.com/370/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=370&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Universalsprache Mathematik</title>
		<link>http://linguistiker.wordpress.com/2010/05/05/universalsprache-mathematik/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 11:36:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute schrieb Anatol Stefanowitsch (AS) im Sprachlog einen Beitrag über den Zusammenhang zwischen Mathematik und Wissenschaft. Zufälligerweise beschäftigt mich die Thematik im Moment noch aus einem anderen Grund, weswegen ich dort kommentieren wollte, aber bald merken musste, dass der Beitrag wohl zu lang wird, um dort als Kommentar zu versauern. Also erinnerte ich mich daran, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=361&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute schrieb Anatol Stefanowitsch (AS) im <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog">Sprachlog</a> einen Beitrag über den <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/allgemein/2010-05-04/keine-wissenschaft-ohne-mathematik">Zusammenhang zwischen Mathematik und Wissenschaft</a>. Zufälligerweise beschäftigt mich die Thematik im Moment noch aus einem anderen Grund, weswegen ich dort kommentieren wollte, aber bald merken musste, dass der Beitrag wohl zu lang wird, um dort als Kommentar zu versauern. Also erinnerte ich mich daran, dass ich ja hier noch einen eigenen Blog habe und poste meine Antwort lieber hier.</p>
<p>Zunächst zum Beitrag von AS: Dort liefert er zunächst seine Definitionen der Begriffe <i>Wissenschaft</i> und <i>Mathematik</i>:</p>
<blockquote><p>
Was ich […] mit <span style="font-style:normal;">Wissenschaft</span> meine, ist aber der Prozess der Wissenschaft, also eine spezielle Art, Erkenntnisse über die Wirklichkeit zu sammeln und zu Modellen dieser Wirklichkeit zusammenzufügen. Dieser Prozess besteht für mich […] daraus, dass man Ausschnitte der Wirklichkeit so definiert, dass sie objektiv und nachvollziehbar messbar werden (das nennt man „Operationalisierung“), dass man dann darüber spekuliert, wie die Messgrößen zusammenhängen (dass man also Hypothesen aufstellt), und dann mit geeigneten Methoden in durch systematische Beobachtungen und Experiments versucht, diese Hypothesen zu widerlegen. Solange sie nicht widerlegt werden (bzw. […] solange sich aus den Beobachtungen und Experimenten keine näherliegenden Hypothesen ergeben), gelten die Hypothesen als vorläufige Fakten, die in ein Modell der Wirklichkeit eingebaut werden können.</p>
<p>Mit <span style="font-style:normal;">Mathematik</span> bezeichne ich jedes unzweideutige, formell und algorithmisch auf seine interne Stimmigkeit hin untersuchbare Instrument zur Repräsentation von tatsächlichen oder theoretischen Größen, also Mathematik im eigentlichen Sinne ebenso wie Prädikatenlogik und andere auf die Mathematik zurückführbare Darstellungssysteme. </p>
<div style="width:100%;text-align:right;font-size:80%;">
(<a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/allgemein/2010-05-04/keine-wissenschaft-ohne-mathematik">Quelle</a>, Auszeichnungen vom Original übernommen)
</div>
</blockquote>
<p>Die Kernaussage ASs, welche es zu verteidigen galt, lautete:</p>
<blockquote><p>eine Wissenschaft, deren Ergebnisse sich nicht in die universelle „Sprache“ der Mathematik übersetzen lassen, <i>[ist]</i> ohnehin noch weit von ihrem Ziel entfernt</p>
<div style="width:100%;text-align:right;font-size:80%;">
(<a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachpolitik/2010-01-26/unverst-ndnis-auf-deutsch">Quelle</a>, grammatikalische Anpassung von mir)
</div>
</blockquote>
<p>Zunächst mal ist an dieser Argumentation nicht viel auszusetzen, für sich genommen halte ich sie für stimmig. </p>
<p>Ein Kommentator merkte an, dass es Laut dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6delscher_Unvollst%C3%A4ndigkeitssatz">Gödelschen Unvollständigkeitssatz</a> keine <i>unzweideutigen, formell und algorithmisch auf seine interne Stimmigkeit hin untersuchbaren Instrumente zur Repräsentation von tatsächlichen oder theoretischen Größen</i> innerhalb eines mathematischen Modells geben kann. Was Gödel sinngemäß sagte ist, dass es in jedem hinreichend komplexen formalen System immer (mindestens) eine Aussage geben müsse, die sich innerhalb des Systems nicht beweisen oder widerlegen lässt. In der Mathematik umgeht man diese Problematik, indem man von vornherein Aussagen festlegt, welche arbiträr definiert, als wahr vorausgesetzt werden und auf welchen das gesamte formale System aufbaut. Das sind die so genannten <i>Axiome</i>. Solche Axiome bilden also die Grundbausteine, mit Hilfe derer sich weitere Aussagen ableiten, beweisen oder widerlegen lassen. Bzw. sie bilden einen Rahmen, innerhalb dessen Aussagen beweisbar oder widerlegbar sind. Wenn ich beispielswiese ein Zahlensystem habe, in welchem nur die Ziffern 0–9 und das Summenzeichen + definiert sind, werde ich mit der Aussage <i>9-5=4</i> nichts anfangen können, da das Zeichen „-“ in meinem System nicht vorhergesehen ist. Ich benötige also ein komplexeres System (das ist ein System, in welchem das Zeichen „-“ entweder definiert oder ableitbar ist), um diese Aussage auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. </p>
<p>Was sagt uns das jetzt über den Zusammenhang zwischen Mathematik (i.e. formalen Systemen) und Wissenschaft (i.e. Erkenntnisgewinn)? Nun, Erkenntnis ist Definitionssache: Nur, wenn ich die Axiome meines Systems akzeptiere, kann ich in dem System eine Aussage als Wahr oder Falsch betrachten. Besonders deutlich wird das in der Statistik: Eine Hypothese gilt als belegt (oder besser als <i>nicht widerlegt</i>), wenn ein zum Beleg herangezogener Zusammenhang zwischen zwei oder mehr Beobachtungen nicht als Zufall gewertet werden kann. Das ist dann der Fall, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass ein Abweichler von meiner gewünschten Beobachtung (das ist meine Hypothese) kein Zufall ist, bei  <i>p&lt;.001</i> liegt. Dann wird in der Statistik der Abweichler als zufällig und vernachlässigbar gewertet und die Daten zeigen, dass meine Hypothese durch sie nicht widerlegt werden kann.</p>
<p>Ein konkretes Beispiel: Meine Hypothese lautet „Wenn eine Sprache den Vokal /y/ hat, dann hat sie auch /i/“, das heisst, der Vokal /y/ taucht nur dann auf, wenn wir in derselben Sprache auch den Vokal /i/ finden. Ich gucke mir 6500 Sprachen an. 5000 Sprachen haben nur das /i/ aber kein /y/, 499 Sprachen haben weder /i/ noch /y/, 1000 Sprachen haben sowohl /i/ als auch /y/, und nur eine einzige Sprache hat das /y/ aber kein /i/. Nach statistischen Methoden ist meine Aussage dadurch nicht widerlegt, auch wenn es einen Abweichler gibt. Ein Auftauchen dessen ist jedoch so unwahrscheinlich, dass nach statistischen Maßstäben dieser als vernachlässigbar gewertet werden kann. Betrachten wir die Aussage dagegen in einem anderen, absoluten Modell (z.B. in der Aussagenlogik), ist die Hypothese eindeutig widerlegt, da sie eine Aussage über <i>alle</i> Sprachen darstellt, es aber wenigstens <i>eine</i> Sprache gibt, für die diese Aussage zu einem Widerspruch führt. Es hängt also vom formalen Modell ab, ob meine Hypothese widerlegt ist oder nicht und damit von den als wahr angenommenen Grundaussagen.</p>
<p>Das Dilemma liegt nun darin, dass wir einunddieselbe Aussage mit zwei formalen Systemen konfrontiert haben, das eine ergibt einen Widerspruch, das andere nicht. Beide Systeme fallen unter die Kategorie der mathematischen Modelle (wobei ich bei Statistik gerne mit mir streiten lasse, ob sie tatsächlich ein mathematischer Formalismus ist). Wie können wir uns also darauf verlassen, dass das Modell, in welchem wir uns gerade bewegen auch das richtige ist, um eine Aussage oder Hypothese zu überprüfen? Wir könnten beispielsweise alle Modelle durchprobieren und schauen, in welchem die Aussage wahr ist, was aber problematisch wird, wenn zwei Aussagen nur in unterschiedlichen Modellen beweisbar sind. Problematischer ist es allerdings, dass eine (jede?) Aussage auf diese Weise nicht widerlegt werden kann, da wir immer davon ausgehen müssen, dass es irgendein mathematisches Modell geben könnte, in welchem die Aussage wahr wird. Beweisbarkeit ebenso wie Widerlegbarkeit hängen also davon ab, welche Grundannahmen man bereit ist zu akzeptieren. Oder, um es ganz allgemein zu formulieren, <i>Wahrheit liegt im Auge des Betrachters.</i></p>
<p>Das heisst, die Behauptung, Wissenschaft sei nur dann auf dem richtigen Weg, wenn sie sich mathematisch formalisieren lasse, ist in etwa so aussagekräftig wie die Behauptung, dass Wissenschaft nur dann auf dem richtigem Weg sei, wenn sie auf Ästhetik beruhe. </p>
<p>Wie eingangs erwähnt, beschäftigt mich die Universalsprache Mathematik im Moment noch aus einem ganz anderen Grund. In den letzten Wochen höre ich immer wieder die Hörspielfassung von Frank Schätzings Roman „Der Schwarm“. Ohne zu viel vom Inhalt zu verraten geht es darin unter anderem darum, mit einer fremden „intelligenten“ Spezies einen Kontakt aufzubauen. Zu diesem Zweck wird eine „Wissenschaftlerin“ vom SETI-Projekt angeworben, die diesen Kontakt erstmalig herstellen soll. Diese argumentiert, dass die ersten Kontaktversuche durch zwei einfache Mathematikaufgaben geschehen sollen. Eine intelligente Rasse müsste demnach dazu in der Lage sein, diese lösen zu können, da die Mathematik die einzige, wirklich universelle Sprache sei (Ein ähnlicher Ansatz wird auch in dem Film <a href="http://www.imdb.de/title/tt0118884/">„Contact“</a> von der dortigen SETI-Mitarbeiterin, gespielt von Jodie Foster, vertreten, was daran liegt, dass beide Charaktere auf der realen SETI-Direktorin <a href="http://www.seti-inst.edu/about-us/people/staff/tarter-jill.php">Jill Cornell Tarter</a> basieren). </p>
<p>Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass dem nicht ganz zustimmen kann. Wie ich oben zu zeigen versuchte, ist die Mathematik und alle ihre Modelle ein von arbiträren und als wahr angenommenen Aussagen durchsetztes System, welches dem menschlichen Geist entsprungen ist. Nun könnte man darüber philosophieren, ob Intelligenz auch  durch die Fähigkeit zur mathematischen Formalisierung definiert ist, das heisst, ob intelligente Wesen nur dann intelligent sind, wenn sie die <i>Sprache der Mathematik</i> beherrschten. Doch selbst wenn man diese Frage mit „ja“ beantworten wollte, muss man immer noch bedenken, dass diese Sprache auf Axiomen basiert, also vom Menschen erdachten Grundaussagen. Wer weiß schon, ob andere Formen der Intelligenz zufällig dieselben Axiome annehmen wie wir Menschen es tun? Und vor allem, woher will man wissen, ob diese Wesen dasselbe Verständnis von Wahrheit haben wie wir, wo unser Verständnis von Wahrheit (bzw. Beweisbarkeit, bzw. Widerlegbarkeit) nunmal ebenso an diese arbiträren Axiome gekoppelt ist?</p>
<p>Nun habe ich leider keine Antwort auf die Frage, was man als Grundlage für Wissen benutzen sollte, wenn nicht die Mathematik. Man sollte aber stets im Hinterkopf behalten, dass unser Verständnis von Wissen nur eine von sehr vielen Möglichkeiten ist, sich ein Gerüst zu bauen, innerhalb dessen man etwas als wahr oder falsch betrachtet. Und dass alle Erkenntnis letztlich auf Konvention beruht.</p>
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		<title>Mal abschalten</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Apr 2010 10:39:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachgebrauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Für jemanden, der mit dem Vorsatz ins Studium gestartet ist, Wissenschaftler zu werden, sind Selbstreflexion und -kritik wichtige Eigenschaften. Und zu viel, auch das weiß ich aus eigener Erfahrung, ist behindernd… Zunächstmal: das Internet wird heute nicht abgeschalten, tagesschau.de hat den gestrigen Eintrag inzwischen als Aprilscherz bestätigt. Die unzähligen besorgten Nutzer, die gestern meine Besucherstatistik [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=346&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für jemanden, der mit dem Vorsatz ins Studium gestartet ist, Wissenschaftler zu werden, sind Selbstreflexion und -kritik wichtige Eigenschaften. Und zu viel, auch das weiß ich aus eigener Erfahrung, ist behindernd… Zunächstmal: das Internet wird heute <b>nicht abgeschalten</b>, tagesschau.de hat den gestrigen Eintrag inzwischen <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/webabschaltungaprilscherz100.html">als Aprilscherz bestätigt</a>. Die unzähligen besorgten Nutzer, die gestern meine Besucherstatistik temporär in die Höhe schnellen ließen, können also beruhigt sein. Als ich gerade nochmal in meinem Blog vorbeischaute, fiel mir allerdings etwas anderes ins Auge, was meine linguistische Aufmerksamkeit geweckt hat: Die von mir verwendete Perfektform von <i>abschalten</i><span id="more-346"></span></p>
<p><i>abschalten</i> ist, so wie die meisten Verben im Deutschen, schwach. Schwache Verben zeichnen sich dadurch aus, dass sie stinklangweilig und regelmäßig flektiert werden: Es findet kein Ablaut statt, wenn man die Zeitform wechselt, die Vergangenheitsformen werden durch ein eingeschobenes /tə/ markiert, und das Partizip II wird durch ein vorangestelltes oder eingeschobenes /gə/ plus der Endung /t/ gebildet. Die Partizip II-Form eines Verbes verwendet man in der Regel in Kombination mit Hilfsverben wie <i>haben</i> (im Perfekt), <i>sein</i> (Perfekt bzw. Passiv) oder <i>werden</i> (Passiv, nicht im Futur). Ich will mich an dieser Stelle nicht dazu äußern, inwiefern <i>sein</i> und <i>werden</i> was Unterschiedliches ist.</p>
<p>Starke Verben, wie zum Beispiel <i>gehen</i>, verwenden dagegen bei der Bildung von bestimmten Formen eine so genannte <i>Ablautreihe</i>, das heisst im Endeffekt, dass sich der Stammvokal nach einem bestimmten Schema ändert. Das sind drei Vokale, wobei der erste dem Stammvokal entspricht, der in der Gegenwartsform verwendet wird, der zweite dem, der in der Vergangenheitsform auftaucht und der dritte der Stammvokal der Partizip-II-Form. Je nach Zählung gibt es im Deutschen etwa 40± solcher Ablautreihen, manche sagen es seien mehr, andere sagen, es seien weniger. Die Ablautreihe für <em>gehen</em> ist beispielsweise <i>e-i-a</i>: ich g<b>e</b>he, ich g<b>i</b>ng, ich bin geg<b>a</b>ngen. Ein weiterer Unterschied besteht beim Partizip II im Suffix, also der Endung: Statt /-t/ verwenden diese Verben /-ən/. Daneben gibt es noch einige Verben, die irgendwo zwischen den starken und schwachen liegen (wenn man so will <i>halbstarke Verben</i>), sie verwenden eine Ablautreihe ansonsten aber die Endungen der schwachen Verben. Dazu zählt z.B. <i>wollen</i> (ich w<b>i</b>ll, ich w<b>o</b>ll<b>te</b>, ich habe gew<b>o</b>ll<b>t</b>). Nun bin ich kein Germanist und hab mich mit der deutschen Sprache nur in einigen Aspekten beschäftigt. Wer mehr linguistisches  über die deutsche Grammatik lesen möchte sei hier an <a href="http://schplock.wordpress.com/">Kristins Splock</a> verwiesen.</p>
<p>Doch zurück zum abschalten: Die Überschrift in meinem letzen Beitrag lautete: <i>„Morgen wird das Internet <b>abgeschalten</b>…“</i>. Jetzt haben wir gelernt, dass <i>abschalten</i> ein schwaches Verb ist, müsste es demnach nicht „abgeschaltet“ heissen? Nun, die Kurzantwort ist: Ja, eigentlich schon… Sick &amp; co. würden mir jetzt wohl fahrlässigen Umgang mit der deutschen Sprache vorwerfen. </p>
<p>Auch wenn google als Corpus für Umgangssprache nur bedingt geeignet ist, liefert es doch einen groben Überblick über die relative Häufigkeit von verwendeten Wortformen in einem geschlossen System (nämlich dem von google indizierten Internet). Zunächst die Zahlen: Der String &#8222;abgeschalten&#8220; <a href="http://www.google.de/#hl=de&amp;q=%22abgeschalten%22&amp;meta=lr%3Dlang_de&amp;aq=&amp;aqi=&amp;aql=&amp;oq=&amp;gs_rfai=&amp;fp=ee5ee57acdb47974">liefert</a> ganze 489.000, &#8222;abgeschaltet&#8220; <a href="http://www.google.de/#hl=de&amp;q=%22abgeschaltet%22&amp;meta=lr%3Dlang_de&amp;aq=&amp;aqi=&amp;aql=&amp;oq=&amp;gs_rfai=&amp;fp=ee5ee57acdb47974">liefert</a> 1.060.000 Ergebnisse. Nach einer sehr oberflächlichen Betrachtung der ersten paar Ergebnisseiten lässt sich außerdem beobachten, dass <i>abgeschalten</i> hauptsächlich in Foren, Blogs und anderen, von nicht-/semiprofessionellen Schreiberlingen geführten Seiten verwendet wird, wohingegen das „korrekte“ <i>abgeschaltet</i> vornehmlich auf professionellen Seiten auftaucht. Aus dieser Beobachtung könnte man die Vermutung treffen, dass eine journalistische Ausbildung etwas zur Verbreitung der abgeschaltet-Form beiträgt; dass also ein Schreiber, der auf Grund einer Ausbildung  „abgeschaltet“ verwendet, unter Umständen „abgeschalten“ verwenden würde, wenn er seine Ausbildung nicht genossen hätte. Das ist aber reine und unnachweisbare Spekulation, weswegen ich diesen Gedanken verwerfe und mich an den gegebenen Zahlen zunächst rein quantitativ orientiere.</p>
<p>Die google-Ergebnisse zeigen, dass etwa ein Drittel der Sprecher intuitiv die „falsche“ Partizip-II-Form von abschalten verwenden. Wie könnte diese doch Recht hohe „Fehler“-Quote zu erklären sein? Zunächst könnte man sich mit der Etymologie von <i>abschalten</i> beschäftigen: Das Wort ist morphosemantisch von <i>schalten</i> abgeleitet. Glaubt man der Online-Ausgabe des <a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?mode=hierarchy&amp;textsize=600&amp;lemid=GS04091&amp;query_start=1&amp;totalhits=0&amp;textword=&amp;locpattern=&amp;textpattern=&amp;lemmapattern=&amp;verspattern=">Grimmschen Wörterbuches</a>, schien das Wort <i>schalten</i> in einer frühen Stufe des Deutschen tatsächlich stark flektiert worden zu sein. Ich persönlich halte es jedoch generell für einen falschen Weg, eine aktuelle Sprechgewohnheit etymologisch erklären zu wollen: Die wenigsten Sprecher dürften über das nötige Hintergrundwissen verfügen, die Wahl der Wortformen auf eine sprachgeschichtliche Basis zu stellen. </p>
<p>Was man höchstens annehmen könnte ist, dass die „halbstarke“ Form von <i>(ab)schalten</i> über Generationen hinweg implizit weitergegeben wurde, auf dieselbe Weise, wie sich auch die starken Formen bis heute gehalten haben. Dann würde man wohl erwarten, dass das Verhältnis <i>geschalten</i> zu <i>geschaltet</i> relativ betrachtet ebenso ausfällt wie das von <i>abgeschalten</i> zu <i>abgeschaltet</i>. Dies ist laut google jedoch nicht der Fall: Der String <i>&#8222;geschalten&#8220;</i> bringt es auf etwa <a href="http://www.google.de/#hl=de&amp;q=%22geschalten%22&amp;meta=lr%3Dlang_de&amp;aq=&amp;aqi=&amp;aql=&amp;oq=&amp;gs_rfai=&amp;fp=ee5ee57acdb47974">111.000</a>, <i> &#8222;geschaltet&#8220;</i> dagegen auf ganze <a href="http://www.google.de/#hl=de&amp;q=%22geschaltet%22&amp;meta=lr%3Dlang_de&amp;aq=&amp;aqi=&amp;aql=&amp;oq=&amp;gs_rfai=&amp;fp=ee5ee57acdb47974">1.320.000 Treffer</a>. </p>
<p>Ein weiterer Erklärungsansatz wäre Analogiebildung: Das Wort <i>halten</i> gleicht dem Wort <i>schalten</i> bis auf einem Laut (/ʃ/ v. /h/ am Wortanlaut), es flektiert jedoch stark. Doch auch hier würde man wohl erwarten, dass die „Fehlerquote“ bei der Partizip-II-Form von <i>schalten</i> ebenso hoch ist wie die von <i>abschalten</i>, da man beide Wörter auf eine abgeleitete Form von <i>halten</i> beziehen kann. Es gibt jedoch keinen ersichtlichen Grund, warum diese Analogiebildung zwar bei <i>abgehalten</i> stattfinden sollte, nicht jedoch bei <i>gehalten</i>.</p>
<p>Mir fallen im Moment keine weiteren plausiblen Erklärungen für diesen vermeintlichen Fehler ein. Unplausibel nach meinem Maßstab wäre die Erklärung der Hyperkorrektheit: Da sich Sprecher nicht sicher sind, welche Verben stark und welche schwach gebeugt werden, tendieren sie im Zweifelsfall dazu, die ungewohntere oder schwieriger zu verarbeitende Alternative zu wählen. Dies setzt jedoch voraus, dass Benutzer der Sprache explizit darüber nachdenken, welche Formen sie beim Sprechen verwenden, was jedoch in den allermeisten Fällen nicht der Fall ist, da Sprache etwas ist, was spontan und vor allem unbewusst produziert wird (wir reden hier über die Grammatik, nicht über Inhalte!). </p>
<p>Interessant finde ich übrigens auch, dass diese „Einstarkung“ an sich schwacher Verben nicht auf abschalten beschränkt ist: <i>winken</i> ist (zumindest laut Duden) ein schwaches Verb, dennoch hört man häufig <i>gewunken</i>. Normalerweise sagt man, dass die starke Flexion bei Verben im Deutschen nicht mehr produktiv ist. Das bedeutet, dass ein Verb, welches neu in die Sprache aufgenommen wird (z.B. durch Entlehnung aus <s>einer anderen Sprache</s>dem Englischen), in jedem Falle schwach ist und regelmäßig gebeugt wird. Sollten <i>abschalten</i> und <i>winken</i> keine Einzelfälle sein, müsste man diese Position wohl überdenken.</p>
<hr />
<h3>In eigener Sache</h3>
<p>Im Übrigen hat das <i>abschalten</i> in der Überschrift noch eine andere Bedeutung für den linguistiker-Weblog: Dieser Eintrag hier wird einer der Letzten unter dieser Domain werden. Ich plane innerhalb der nächsten Wochen auf einen eigenen Server mit einer eigenen Domain umzuziehen, der Blog ist quasi schon verpackt und wird dorthin mitreisen. Ich kann aber noch icht genau sagen, wann der Umzugstermin ist.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/linguistiker.wordpress.com/346/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/linguistiker.wordpress.com/346/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/linguistiker.wordpress.com/346/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/linguistiker.wordpress.com/346/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/linguistiker.wordpress.com/346/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/linguistiker.wordpress.com/346/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/linguistiker.wordpress.com/346/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/linguistiker.wordpress.com/346/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/linguistiker.wordpress.com/346/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/linguistiker.wordpress.com/346/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/linguistiker.wordpress.com/346/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/linguistiker.wordpress.com/346/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/linguistiker.wordpress.com/346/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/linguistiker.wordpress.com/346/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=346&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Morgen wird das Internet abgeschalten…</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 05:14:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurioses]]></category>

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		<description><![CDATA[…für 24 Stunden, schreibt der Online-Ableger der ARD Tagesschau. Grund dafür sei, dass die ICANN (das ist der Verein, der u.a. die Vergabe von IP-Addressen koordiniert, via) die letzte IPv4-Addresse vergeben hätte und zum Umstellen der Server auf IPv6 alle Root-Server für einen Tag abgeschaltet werden müssen. Garniert wird die Meldung mit einem Interview mit [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=340&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>…für 24 Stunden, <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/internetabschaltung100.html">schreibt</a> der Online-Ableger der ARD Tagesschau. Grund dafür sei, dass die ICANN (das ist der Verein, der u.a. die Vergabe von IP-Addressen koordiniert, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Corporation_for_Assigned_Names_and_Numbers">via</a>) die letzte IPv4-Addresse vergeben hätte und zum Umstellen der Server auf IPv6  alle Root-Server für einen Tag abgeschaltet werden müssen. Garniert wird die Meldung mit einem <a href="http://www.tagesschau.de/inland/internetabschaltung102.html">Interview</a> mit „Computerexperte Jörg Schieb“, welcher über die Schuldfrage aufklärt.<span id="more-340"></span> </p>
<p>Mein erster Gedanke dazu war: „Wie soll das denn gehen?“. Das Internet zeichnet sich dadurch aus, dass die internetfähigen Rechner der Welt eben gerade nicht über einen einzigen Knoten mitinander verknüpft sind, sondern über ganz, ganz viele hinweg. Fällt einer dieser Knoten aus, wird einfach der Weg über einen anderen Knoten angewählt, einfach ausgedrückt. Wenn man also tatsächlich das Internet für einen Tag abschalten wollte, müsste man jedes internetfähige Teil der Welt gleichzeitig vom Netz nehmen. (Das erinert mich wieder mal an eine Folge der Sitcom <i>The IT-Crowd</i>, in der die technophobe Leiterin der IT-Abteilung den Leitern der anderen Abteilungen erklärt, dass man das Internet zum Absturz bringen könne, wenn man den Begriff „google“ in Google eingibt und man es daher auf keinen Fall versuchen solle). </p>
<p>So richtig absurd wird der Tagesschau.de-Artikel im zweiten Teil, als man stolz verkündet, dass man in der internetfreien Zeit den Nutzer weiterhin mit Nachrichten versorgen werde, indem man im ARD-Fernsehprogramm alle halbe Stunde eine Tagesschaufolge zeigt und zum Zwecke des Nachrichtenempfanges die alten Fernschreiber entstaubt. </p>
<p>Dann schossen mir allerhand Gedanken durch den Kopf, wie wohl ein Tag ohne Internet aussehen würde. Es herrscht Chaos auf den Strassen, die Bürgersteige sind gesäumt von den zerschmetterten Körpern suizidaler <i>digital natives</i> (ich wohl irgendwie darunter), Tumulte, Anarchie und Plünderungen, sowie Unions-Politiker, an denen das Ereigniss völlig unbemerkt vorbei geht. </p>
<p>Erst relativ spät (und vor allem nach einer erfolglosen Suche nach weiteren Informationen) fiel mein Blick auf das aktuelle Datum… Mist!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/linguistiker.wordpress.com/340/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/linguistiker.wordpress.com/340/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/linguistiker.wordpress.com/340/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/linguistiker.wordpress.com/340/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/linguistiker.wordpress.com/340/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/linguistiker.wordpress.com/340/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/linguistiker.wordpress.com/340/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/linguistiker.wordpress.com/340/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/linguistiker.wordpress.com/340/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/linguistiker.wordpress.com/340/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/linguistiker.wordpress.com/340/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/linguistiker.wordpress.com/340/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/linguistiker.wordpress.com/340/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/linguistiker.wordpress.com/340/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=340&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>We don&#8217;t need no…</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 11:25:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines Blabla]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachgebrauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu den Künstlern, deren Musik im Moment häufiger über meine Lautsprecher in die Umwelt abgegeben wird, gehört die englische Band Pink Floyd. 1979 erschien das Konzeptalbum The Wall, welches maßgeblich vom Bassisten und Sänger der Band, Roger Waters verfasst und konzipiert wurde. The Wall wurde, einer aufwändigen (um nicht zu sagen: der aufwendigsten überhaupt) Bühnenshow [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=337&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu den Künstlern, deren Musik im Moment häufiger über meine Lautsprecher in die Umwelt abgegeben wird, gehört die englische Band <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pink_Floyd">Pink Floyd</a>. 1979 erschien das Konzeptalbum <i>The Wall</i>, welches maßgeblich vom Bassisten und Sänger der Band, Roger Waters verfasst und konzipiert wurde.<span id="more-337"></span> The Wall wurde, einer aufwändigen (um nicht zu sagen: der aufwendigsten überhaupt) Bühnenshow geschuldet, 1980/81 nur in vier Städten weltweit aufgeführt und 1982 mit dem Live-Aid-Initiator Bob Geldof in der Hauptrolle verfilmt (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=VxNM7j_ppHI">Hier</a> kann man sich den kompletten Film auf YouTube anschauen). Die wohl bekannteste Szene des Film ist die Tricksequenz, in der eine Armee von Hammern zum Titel <i>Waiting for the Worms</i> durch eine Ruinenlandschaft marschiert.</p>
<p>1990 kam es zu einer letzten Aufführung des Bühnenstücks, nämlich in Berlin. Einer Anekdote nach sagte Waters einige Monate vor dem Fall der Mauer 1989 eher im Scherz, dass er The Wall wenn überhaupt erst wieder  aufführen würde, wenn die Berliner Mauer gefallen ist. Nunja, keine vier Monate später war es soweit, und Rogers hielt sein Versprechen: Am 21. Juli 1990 wurde The Wall in Berlin am Potsdamer Platz mitten auf dem gerade geräumten „Todesstreifen“ und, da vor der „Wiedervereinigung“ in zwei Staaten gleichzeitig, aufgeführt. Es ist schon ein bewegender Moment, wenn 300.000 Menschen den Satz „Tear down the Wall!“ singen, und das in Berlin in einer Zeit, als der letzte Mauerstein noch nicht den Boden berührt hat. Meine Meinung ist jedoch, dass man „The Wall“ nur mit sehr viel Phantasie als eine Allegorie auf den so genannten „Antifaschistischen Schutzwall“ ansehen sollte. In der Geschichte geht es um einen vaterlos aufgewachsenen und von seiner Mutter verhätschelten jungen Mann namens <i>Pink</i>, der mangelnde Zuneigung dadurch verarbeitet, dass er um sich herum eine Mauer errichtet, die jegliche Emotionen draussen halten soll und durch diese emotionale Isolation zu einem faschistischen Agitator wird. Am Ende sieht er jedoch, dass er menschliche Regungen nicht vollends abschalten vermag und stellt sich mental einem Gerichtsverfahren, bei dem er dem Zeigen menschlicher Emotionen für schuldig befunden und verurteilt wird, die Mauer in seinem Kopf niederzureißen.</p>
<p>Auch, wenn man weder Album noch Band kennt (was aus meiner Sicht unbegreiflich ist, nur nebenbei bemerkt), sollte zumindest ein Lied aus diesem Album in allerman und -frau Ohren sein: <i>Another Brick in the Wall, Pt. 2</i>. Im größeren Kontext geht es in dem Lied darum, dass die Unterdrückung in der Schule (im England der 50er Jahre) letztlich nur einen kleinen Stein in der Mauer um die Emotionen des Protagonisten darstellt, die aus Enttäuschungen und Rückschlägen aufgebaut ist (<i>All in all you&#8217;re just another brick in the wall</i>). Pink und später die Schüler beklagen sich über die zynischen und kontrollierenden Methoden der Lehrer (<i>We don&#8217;t need no thought control // no dark sarcasm in the class room</i>) und das belehrende Schulsystem an sich (<i>we don&#8217;t need no education</i>, <i>hey teacher, leave us/them kids alone</i>).</p>
<p>Mal abgesehen von der symbolischen Bedeutung des Liedes sind vor allem einige sprachliche Besonderheiten im Text und seinem Aufbau interessant: Zum einen hätten wir da die doppelte Negierung: „We don&#8217;t need no education“ heist wörtlich übersetzt <i>wir brauchen nicht keine Bildung</i>. Im Deutschen würde das als „wir brauchen Bildung“ verstanden werden, im Englischen bedeutet es dagegen, „wir brauchen <i>keine</i> Bildung“. Im englischen Sprachraum wird der <a href="http://linguistiker.wordpress.com/2009/10/27/a-linguistic-joke/">doppelte Negativ</a> oft als schlechter Stil angesehen. Die Autoren der englischen Sitcom „The IT Crowd“ verarbeiteten dies in einer Folge so: Die eine Hauptperson Roy sitzt am Computer und singt die ersten Zeilen des Liedes vor sich hin woraufhin sein (realitätsfremder Nerd-Klischee-Informatiker-) Kollege Ross einwirft: <i>Yes, you do! You just used the double negative</i>. Ich bin sicher, dass Rogers diese Konstruktion nicht nur aus rythmischen Gründen verwendet hat, unterstreicht sie doch leicht ironisch die Eingabe, dass man keine Bildung brauche. Aus linguistisch angehauchter Sicht stimme ich dem zu: Jedes explizite Lernen von sprachlichen Konventionen, also das Lernen von Wendungen und Regeln, die man nicht beim natürlichen, impliziten Spracherwerb mitbekommt und daher explizit lernen muss, behindern die natürliche Entwicklung einer Sprache, sowohl auf den Sprecher bezogen, als auch auf die Einzelsprache an sich.</p>
<p>Doch es gibt noch eine Sache, die an <i>Another Brick in the Wall, Pt. 2</i> auffällt, auch wenn sie vielleicht wenig überraschend sein mag: Die Trennung des Wortes <i>another</i> im „Refrain“: Im Lied wird das Wort <i>a.nother</i> getrennt (<i>„all in all you&#8217;re just a- // nother brick in the wall“</i>), rein semantisch betrachtet wäre aber <i>an.other</i> wohl die logischere Wahl. <i>Another</i> ist eine grammatikalisierte Konkatenation der beiden Wörter <i>a</i> und <i>other</i>. Aufgrund phonologischer Eigenschaften des Englischen wird in dem Falle, dass das auf den unbestimmten Artikel <i>a</i> folgende Wort mit einem Vokal beginnt, das Allomorph <i>an</i> verwendet. So heisst es z.B. <i>a duck</i> (eine Ente, kein „n“) aber <i> a<b>n a</b>pple</i> (ein Apfel, mit „n“, da <i>apple</i> im Gegensatz zu <i>duck</i>mit einem Vokal beginnt). Bei another haben wir es also mit einem zusammengesetzten Wort aus dem unbestimmten Artikel <i>a</i> in seiner Vor-Vokal-Variante <i>an</i> und <i>other</i> (etwa: <i>anderes</i>) zu tun. Dennoch wird das Wort (zumindest im Lied) nicht <i>an-other</i> getrennt, sondern vor dem <i>n</i>. Wie ist das zu erklären? </p>
<p>Auch hier spielt die Phonologie eine wichtige Rolle: Silben tendieren in (fast) allen Sprachen dazu, einen Onset zu haben, also einen Konsonanten, der dem Vokal (oder einem anderen Konsonanten) im Silbengipfel vorangeht. Im Standarddeutschen beispielsweise wird Wörtern, die auf einen betonten Vokal beginnen stets ein glottaler Plosiv vorangestellt, also ein Glottisschlag, für den es in der deutschen Orthographie allerdings kein Graphem (also einen Buchstaben, der diesem Laut entspricht) gibt. So sagen wir nicht  [abɐ] („aber“), sondern [<b>ʔ</b>abɐ], auch wenn wir den Laut ʔ nie mitschreiben. Würde man nun <i>another</i> semantisch (oder morphologisch) trennen, würde der Bestandteil <i>other</i> auf einen Vokal beginnen, was tendentiell aus eben diesen phonologischen Gründen eher schlecht und „dispreferiert“ ist. So sagen wir im Deutschen z.B. auch [baŋ.kən] (Banken) statt, wie man es vielleicht morphologisch erwarten würde, [baŋk.ən]. Auf der anderen Seite würde niemand im Englischen auf die Idee kommen, das Wort <i>inactive</i> als <i>i.nac.tive</i> zu trennen, wie auch im Deutschen eher <i>ab.ar.bei.ten</i> statt <i>a.bar.bei.ten</i> gesagt wird. Es scheint  sich also die Silbentrennung an Präfixen tendentiell anders zu verhalten als die bei Suffixen. Was another betrifft, kann man nun mehrere Schlüsse ziehen: Die wohl unspektakulärste ist, dass <i>another</i> vollständig grammatikalisiert  ist, die etymologischen Bestandteile des Wortes für den Sprecher (i.e. Roger Waters bzw. seinem Kinderchor in „Another Brick in the Wall“) nicht mehr ersichtlich sind und daher nicht in die Kategorie „Wort mit Präfix“ fallen. Interessanter wäre die Schlussfolgerung, dass es sich bei der Realisierung von <i>another</i> im Lied um eine Ausnahme von diesen Regeln handelt, obwohl sie die formalen Voraussetzungen (Wort <i>other</i> mit Präfix <i>a(n)</i>) erfüllt. Was eine Ausnahme von einer Regel nun für die Regel selbst bedeutet, mag sich jeder selbst überlegen, ich bin sicher, die Meinungen gehen auseinander, je nachdem, ob man eher funktional-typologisch oder eher formal-theoretisch veranlagt ist.</p>
<p>Zum Abschluss noch eine kleine Urban Legend über <i>Another Brick in the Wall, Pt 2</i>: Diese besagt, dass der Kinderchor in der Textzeile, die eigentlich <i>all in all you&#8217;re just a-</i> heissen sollte, tatsächlich <i>Hohl ihn, hohl ihn unter&#8217;s Dach</i> (auf Deutsch) singt. Dies ist eine Anspielung auf das Schicksal des Produzenten von „The Wall“, der sich vor Fertigstellung wegen Eheproblemen auf dem Dach des Tonstudios erhängt haben soll. Eine andere Version besagt, dass der verantwortliche Tontechniker früher Erzieher in einem deutschen Kinderheim gewesen sei, in dem Kinder auf dem Dachboden gequält wurden…</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/linguistiker.wordpress.com/337/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/linguistiker.wordpress.com/337/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/linguistiker.wordpress.com/337/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/linguistiker.wordpress.com/337/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/linguistiker.wordpress.com/337/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/linguistiker.wordpress.com/337/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/linguistiker.wordpress.com/337/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/linguistiker.wordpress.com/337/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/linguistiker.wordpress.com/337/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/linguistiker.wordpress.com/337/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/linguistiker.wordpress.com/337/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/linguistiker.wordpress.com/337/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/linguistiker.wordpress.com/337/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/linguistiker.wordpress.com/337/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=337&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Ruhige Zeiten(?)</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 09:58:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[In letzter Zeit ist es etwas ruhig geworden im Linguistiker-Weblog. Nicht, dass es nichts zu kommentieren gäbe, was mich im Moment persönlich beschäftigt: Da hätten wir beispielsweise die Tatsache, dass eine des (inzwischen zweifachen) Plagiats überführte Jungautorin nun aufgrund der erweiterten Publicity wahrscheinlich endgültig die Spitzen der Bestseller-Charts stürmen wird. Oder die überschwänglich-utopischen Gedankengänge, die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=333&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In letzter Zeit ist es etwas ruhig geworden im Linguistiker-Weblog. Nicht, dass es nichts zu kommentieren gäbe, was mich im Moment persönlich beschäftigt:<span id="more-333"></span></p>
<p>Da hätten wir beispielsweise die Tatsache, dass eine des (inzwischen <a href="http://www.viceland.com/blogs/de/2010/02/10/hegefeuer-der-eitelkeiten/">zweifachen</a>) <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/allgemein/2010-02-10/intertextuelle-illusionen">Plagiats</a> überführte Jungautorin nun aufgrund der erweiterten Publicity wahrscheinlich endgültig die Spitzen der Bestseller-Charts stürmen wird. Oder die überschwänglich-utopischen Gedankengänge, die ich habe, seit ich vor ein paar Tagen über das Konzept des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen">bedingungslosen Grundeinkommens</a> las (welches ich seither nahezu militant unterstütze). Oder ich könnte über meine neuerliche, durch das Schreiben meiner (subjektiv betrachtet inhaltlich wie argumentativ völlig misslungenen) BA-Arbeit bedingten Sinnkrise bzgl. der Linguistik schreiben, welche nicht die Sinnhaftigkeit linguistischer Forschung per se in Zweifel zieht, sondern vielmehr die Frage stellt, ob <i>ich</i> in diesem an sich sehr interessanten und wichtigen Forschungszweig tätig sein will (oder vielmehr kann). Ein anderes Thema, was mich im Moment beschäftigt, betrifft die Frage, wie wohl die gesellschaftliche Zukunft einer vernetzten Welt aussehen mag. Oder ich könnte über die Filme von David Lynch schreiben, die im Grunde alle dem Schema „Ich halte meine laufende Kamera auf ein paar Schauspieler, die machen, was sie wollen, schneide das Ganze irgendwie zusammen und überlasse dem Zuschauer die Konstruktion einer zusammenhängenden Geschichte“ zu folgen scheinen. Oder ich könnte zum eigentlichen Zweck dieses Blogs zurück kehren und versuchen, dem interessierten Laien den Sinn und die Methodik sprachwissenschaftlicher Forschung nahe zu bringen.</p>
<p>Alles Themen, über die ich ganze Bücher schreiben könnte (ohne Plagiarismus…). Dass ich das aber nicht tue, hat im Moment vor allem einen Grund: Keine Zeit.  Meine aktuelle Aufgabe in dem Forschungsprojekt, in dem ich im Moment angestellt bin, liegt darin, zwei Programme zu schreiben. </p>
<p>Das eine ist eine Erweiterung für <a href="http://www.mediawiki.org/wiki/MediaWiki">MediaWiki</a>, die eine Art Literaturverwaltung darstellt und eigentlich schon vor zwei Wochen hätte fertig sein sollen. Im Grunde wird das eine Art <a href="http://www.bibtex.org/">BibTeX</a> für <a href="http://semantic-mediawiki.org/wiki/Semantic_MediaWiki">Semantic MediaWiki</a>, mit allem Komfort und denselben Funktionen, wie man sie von der TeX-Erweiterung kennt: Das Einbinden von Quellenverweisen mittels Befehl + Schlüssel und der automatischen, kontextsensitiven Formatierung; das (automatische) Einbinden der entsprechenden Referenzen am Ende der Wikiseiten; die Sammlung der gesammten Meta-Daten einer Literaturangabe auf eigenen Seiten mit der Möglichkeit, diese Literatur zu kommentieren; verschiedene wählbare Zitations- und Referenzstile, usw. Ich sollte vielleicht dazusagen, dass das weit mehr ist, als ich eigentlich machen sollte: gewünscht war nur eine Literaturverwaltung im Rahmen des Software-Frameworks, dem beispielsweise die Wikipedia zu Grunde liegt. Da ich aber der Meinung bin, dass ein solches Programm der Allgemeinheit zu Gute kommen sollte, wollte ich gleich was richtiges machen und es im Anschluss als MediaWiki-Extension ins Netz stellen, damit auch andere von den Ergebnissen „linguistischer“ Projektarbeit profitieren können. Und ja, ich weiß, dass es solche Erweiterungen bereits gibt, die funktionieren aber allesamt nicht in dem Umfang, wie ich es mir vorstelle, weshalb ich <i>from scratch</i> etwas komplett Eigenes entwickele: <i>Semantic BibWiki</i>.</p>
<p>Das zweite Projekt, an dem ich gerade (nebenbei und vor allem im Anschluss an Ersteres) arbeite, wird eine online-Plattform für (flexions-)morphologische Daten. Also eine Webseite, auf der Flexionsparadigmen (in ferner Zukunft) aller Sprachen der Welt gesammelt und visuell manipuliert werden können. Das soll dann in etwa so aussehen: Man sucht sich in der Datenbank ein Flexionsparadigma seiner Wahl und erhält dann die Möglichkeit, bestimmte Dinge in diesem Paradigma visuell zu verändern, beispielsweise gleichlautende Morpheme in den einzelnen Zellen des Paradigmas mit der selben Farbe einzufärben. Oder die Tabellen so umzuformen, dass Zellen mit demselben Inhalt möglichst nahe beieinander stehen.  Oder man soll einzelne Zellen aus Pardigmen verschiedener Sprachen so zusammenstellen können, dass nur die Zellen angezeigt werden, in denen Morpheme vorkommen, die aller Voraussicht nach aus dem selben Proto-Morphem heraus entstanden sind. Klingt kompliziert. Ist es auch. Erst recht, wenn man so ein Programm schreiben soll… Man kann sich einige dieser Funktionen <a href="http://www.uni-leipzig.de/~hierarch/wiki/index.php/Tst/Paradigms/to_exemplify">hier</a> anschauen. Das Endprodukt soll aber von MediaWiki losgelöst sein und eine eigenständige Webanwendung darstellen.</p>
<p>Da beide Dinge im Moment meine volle Aufmerksamkeit verlangen &mdash; und ich nebenbei ja auch noch ein wenig zu studieren habe &mdash; muss(te) ich das Schreiben im Blog erstmal etwas zurückfahren. Von <i>ruhigen Zeiten</i> kann ich also im Moment nicht unbedingt sprechen/schreiben, auch wenn es hier im Blog wohl noch eine Weile etwas ruhiger wird zugehen werden. Trotzdem sind schon größere Blog-Projekte in Planung: Zur  Leipziger Buchmesse im März werde ich mich mit meinem Diktiergerät bewaffnen, die Verleger und Autoren der Welt zu google books, Urheberrecht und anderen „Nebensächlichkeiten“ befragen und das Ganze dann hier mehr oder weniger umfangreich wiedergeben und kommentieren. Aber versprechen will ich das lieber nicht.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/linguistiker.wordpress.com/333/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/linguistiker.wordpress.com/333/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/linguistiker.wordpress.com/333/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/linguistiker.wordpress.com/333/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/linguistiker.wordpress.com/333/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/linguistiker.wordpress.com/333/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/linguistiker.wordpress.com/333/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/linguistiker.wordpress.com/333/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/linguistiker.wordpress.com/333/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/linguistiker.wordpress.com/333/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/linguistiker.wordpress.com/333/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/linguistiker.wordpress.com/333/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/linguistiker.wordpress.com/333/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/linguistiker.wordpress.com/333/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=333&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Akademie vs. Business</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 11:33:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Patrick</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computerlinguistik]]></category>
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		<category><![CDATA[Werkzeuge]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute sah ich mir die Neues-Folge vom 17. Januar via Podcast an. Der Schwerpunkt dieser Folge lag auf Sound-Bearbeitung am PC. Ein Beitrag dieser Folge erinnerte mich an diesen etwas älteren XKCD-Comic:1 Worum ging es? Nun, der findige Programmierer Peter Neubäcker hat ein Programm namens Melodyne geschrieben, mit dem sich &#8212; grob zusammengefasst &#8212; Tonaufnahmen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=321&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute sah ich mir die <i>Neues</i>-Folge vom 17. Januar via Podcast an. Der Schwerpunkt dieser Folge lag auf Sound-Bearbeitung am PC. <a href="http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&amp;obj=16376">Ein Beitrag</a> dieser Folge erinnerte mich an diesen etwas älteren XKCD-Comic:</a><a href="#1" name="1top"><sup>1</sup></a><br />
<img src="http://imgs.xkcd.com/comics/academia_vs_business.png" title="Some engineer out there has solved P=NP and it's locked up in an electric eggbeater calibration routine.  For every 0x5f375a86 we learn about, there are thousands we never see." width="500px"><br />
Worum ging es?<span id="more-321"></span></p>
<p>Nun, der findige Programmierer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Neubäcker">Peter Neubäcker</a> hat ein Programm namens <a href="http://www.celemony.com/cms/index.php?id=products_editor&amp;L=1">Melodyne</a> geschrieben, mit dem sich &mdash; grob zusammengefasst &mdash; Tonaufnahmen bearbeiten lassen. Ein neueres Feature<a href="#2" name="2top"><sup>2</sup></a> dieses Programmes ist, einzelne Akkorde und ineinander übergreifende Tonfolgen in ihre einzelnen Töne aufzuschlüsseln, eine Fähigkeit, die wohl bislang noch keinem anderen Soundbearbeitungs-Programm möglich war, und die dem Neues-Team daher ein Beitrag wert war. Die Erweiterung hört auf den Namen DNA, kurz für Direct Note Access. Was hat das Ganze jetzt mit Linguistik und dem obigen Comic zu tun?</p>
<p>Bei Akkorden und Aufnahmen von live eingespielten Instrumenten ist es so, dass mehrere einzelne Töne einander überlagern und nur sehr schwer separat zugänglich sind. Das Programm in der vorgestellten Version ist in der Lage, diese einzelnen Töne zu separieren und individuell zu bearbeiten, ohne, dass die Klangfarbe und -qualität der einzelnen Töne dabei verloren geht. Was der gute Mann im Prinzip gemacht hat, ist das so genannte Segmentationsproblem praktisch zu lösen. Bei gesprochenen Wörtern und Sätzen natürlicher Sprachen lässt sich in den seltenseten Fällen eindeutig sagen, wo ein Laut aufhört und ein neuer beginnt. Die einzelnen Laute innerhalb einer Kette von gesprochenen Lauten &mdash; die Segmente &mdash; greifen ineinander über, eigentlich genauso wie die einzelnen Töne in einem eingespielten Musikstück. Diese Eigenschaft natürlicher Sprachen stellt nicht nur die Computerlinguistik vor erhebliche Probleme, sondern auch die theoretische Linguistik, deren Modelle in den meisten Fällen</a><a href="#3" name="3top"><sup>3</sup></a> auf diskreten und einander nicht überschneidenden Segmenten basieren. Ist das Programm in der Lage, einzelne musikalische Töne zu separieren und isoliert zu bearbeiten, sollte es das prinzipiell auch mit den Segmenten natürlichsprachlicher Äußerungen tun können. </p>
<p>Also hab ich mir mal die Demo runtergeladen (Die Vollversion ist mit 350€ für einen bettelarmen Studenten wie mich nicht gerade erschwinglich) und die Segmentationsfähigkeit des Programmes am Wort &#8222;Apfelbaum&#8220; getestet. Und, nun ja, immerhin ist das Programm in der Lage, automatisch Silben zu erkennen: Ich kann ohne weiteres jede einzelne Silbe des Wortes nehmen und einzeln bearbeiten, beispielsweise in der Tonhöhe verändern; allerdings nur im Rahmen der chromatischen Tonleitern, man merkt halt doch, wofür das Programm eigentlich konzipiert ist. Die Auflösung der automatischen Segment-Erkennung reicht jedoch nicht aus, um noch tiefer, beispielsweise auf Phonemebene, zu segmentieren. Nun weiß ich allerdings nicht, ob das daran liegt, dass der Algorythmus keine feinere Auflösung erlaubt, oder ob es zwar möglich, für die Zwecke, für die das Programm geschrieben wurde, schlichtweg nicht erforderlich ist. Der nächste Versuch war die Segmentation des Satzes <i>Dies ist ein Apfelbaum</i> mit bewusst minimalistischer Intonation. Auch hier ist das Programm in der Lage, vollautomatisch Silben &mdash; und damit auch Wörter &mdash; zu segmentieren. Doch auch hier ist mehr als die Silbenstruktur nicht drin. Immerhin ist der Algorythmus dienlich, tatsächliche Sprache von Umgebugsgeräuschen zu trennen. </p>
<p>Mit meinem minimalen Verständnis von automatischer Sprachverarbeitung würde ich behaupten, dass der DNA-Algorythmus in der Tat ein Meilenstein ist, nicht nur im Hinblick auf die maschninelle Verarbeitung von Musik, sondern auch bei der Lösung des Segmentationsproblems in der Phonetik. Ich bin mir relativ sicher, dass DNA, etwas modifiziert, auch in der Lage sein könnte, einzelne Segmente statt nur Silben aus einer Kette von Lauten zu isolieren. Allerdings bezweifle ich, dass der Algorithmus der (sprach)wissenschaftlichen Fachwelt weiterhelfen wird, da die Software kommerziell, der <a href="http://www.freepatentsonline.com/EP2099024.html">Algorithmus patentiert</a> und der Code closed source ist. Aber immerhin kennt <a href="http://scholar.google.de/scholar?q=Melodyne+DNA&amp;hl=de&amp;btnG=Suche&amp;lr=">google-scholar ganze zwei</a> wissenschaftliche Publikationen, die sich mit der DNA-Technik auseinandersetzen, auch wenn keiner von denen was mit Phonetik oder automatischer Sprachverarbeitung zu tun hat.</p>
<p>Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich gegen Software-Patente bin?</p>
<hr width="200pt" align="left" />
<p><sup><a href="#1top" name="1">1</a></sup> Der Comic steht unter einer <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.5/">CC-NC-Lizenz</a> und ist im Original <a href="http://xkcd.com/664/">hier</a> zu finden.<br />
<sup><a href="#2top" name="2">2</a></sup> wobei &#8222;neu&#8220; hier heisst: DNA wurde bereits bei der Frankfurter Musikmesse 2008 vorgestellt und galt schon damals als Sensation.<br />
<sup><a href="#3top" name="3">3</a></sup> Es gibt aber auch einige wenige Modelle, die von überlappenden Merkmalen ausgehen, beispielsweise die <a href="http://roa.rutgers.edu/view.php3?roa=176">Optimal Domains Theory Farida Cassimjee und Charles Kisseberth (1998)</a> und darauf aufbauende, welche sich im Prinzip auch auf phonologische Merkmale ausweiten lassen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/linguistiker.wordpress.com/321/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/linguistiker.wordpress.com/321/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/linguistiker.wordpress.com/321/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/linguistiker.wordpress.com/321/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/linguistiker.wordpress.com/321/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/linguistiker.wordpress.com/321/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/linguistiker.wordpress.com/321/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/linguistiker.wordpress.com/321/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/linguistiker.wordpress.com/321/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/linguistiker.wordpress.com/321/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/linguistiker.wordpress.com/321/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/linguistiker.wordpress.com/321/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/linguistiker.wordpress.com/321/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/linguistiker.wordpress.com/321/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=linguistiker.wordpress.com&amp;blog=4614806&amp;post=321&amp;subd=linguistiker&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Patrick</media:title>
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			<media:title type="html">Some engineer out there has solved P=NP and it's locked up in an electric eggbeater calibration routine.  For every 0x5f375a86 we learn about, there are thousands we never see.</media:title>
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